Hannover, 27. Januar 2026 | Beim Government Game in Hannover bei enercity setzten sich rund 70 Schülerinnen und Schüler intensiv mit zentralen Fragen staatlichen Handelns, öffentlicher Infrastruktur sowie politischer Entscheidungsfindung auseinander. Im Mittelpunkt standen ein praxisnaher Krisenmanagement-Workshop sowie ein Parlamentsspiel, die Einblicke in reale Herausforderungen von Politik und Verwaltung vermittelten.
GovernmentGame: Blackout und Sicherheit
Zur Einführung präsentierte Derya Guran, Head of Public Affairs bei enercity, den Schülerinnen und Schülern das Unternehmen enercity und verdeutlichte die gesellschaftliche Bedeutung von Strom. enercity ist eines der führenden kommunalen Energieunternehmen Deutschlands und treibt aktiv die Energiewende voran. Das Unternehmen versorgt Privat- und Geschäftskunden zuverlässig mit Strom, Wärme, Wasser und digitalen Energielösungen und investiert gezielt in erneuerbare Energien, klimafreundliche Infrastruktur und nachhaltige Technologien.
Der erste Teil des Government Games widmete sich der Bedeutung funktionierender öffentlicher Infrastruktur. In einem Workshop simulierten die Teilnehmenden in Teams eine akute Krisensituation infolge eines großflächigen Stromausfalls in einer Region. Unter Zeitdruck mussten Entscheidungen getroffen und Maßnahmen entwickelt werden, um die Versorgung der Bevölkerung möglichst aufrechtzuerhalten. Die Ergebnisse und Entscheidungswege wurden anschließend im Plenum vorgestellt.
Dabei wurde deutlich, dass ein massiver Stromausfall keine abstrakte Zukunftsvision darstellt. Spätestens seit dem Ukraine-Krieg ist die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur verstärkt in den Fokus gerückt. Hinzu kommen täglich zahlreiche Cyberangriffe auf IT-Systeme von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Erst kürzlich waren infolge eines Angriffs auf das Stromnetz zwei Berliner Stadtteile mit rund 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mehrere Tage ohne Strom. Die Simulation machte erfahrbar, wie schnell Wirtschaft und gesellschaftliches Leben ohne Energieversorgung zum Stillstand kommen können.
Im Anschluss erläuterte Friedrich Wilhelm Lück, Direktor a.D. der Polizeidirektion Göttingen, die Vielzahl beteiligter Organisationen und Akteure im Ernstfall sowie den zeitlichen Ablauf des Wegfalls einzelner Versorgungsleistungen bei einem Stromausfall. Dabei wurde auch die Bedeutung individueller Vorsorge betont, etwa durch haltbare Lebensmittel oder kleine autarke Energieträger in privaten Haushalten.
Am Nachmittag übernahmen die Teilnehmenden im Parlamentsspiel die Rolle des Gesetzgebers. Gegenstand der Beratungen war ein Gesetzentwurf zur deutlichen Erweiterung des IT-Sicherheitsgesetzes, der mit einer spürbaren Verschärfung der Verpflichtungen für Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger verbunden gewesen wäre. Nach der Bildung von Fraktionen bewerteten Vertreterinnen und Vertreter der Zukunftspartei, der Freiheitspartei und der Sicherheitspartei den Entwurf unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit.
In Fraktionssitzungen, einer Expertenanhörung, der Plenumsdebatte sowie der abschließenden Abstimmung konnten die Teilnehmenden die Abläufe politischer Meinungsbildung, Abwägung und Entscheidungsfindung im parlamentarischen Prozess nachvollziehen. Für eine realistische Atmosphäre sorgte die Sitzungsleitung durch Ulrich Herfurth, Wirtschaftsanwalt in Hannover und Brüssel, in der Rolle des Landtagspräsidenten. Die lebhafte Debatte verdeutlichte die Herausforderungen, Sicherheit, Freiheit und Zukunftsfähigkeit miteinander zu vereinbaren.
Wir sind beeindruckt von der hohen Qualität der Beiträge sowie vom großen Engagement der Schülerinnen und Schüler. Die durchdachten Konzepte und die intensive Beteiligung an Diskussion und Entscheidungsfindung unterstreichen die Bedeutung aktiver Mitwirkung als Kernelement der Demokratie. Das Government Game hat anschaulich gezeigt, wie komplex staatliches Handeln ist und wie wichtig es ist, sich frühzeitig mit Verantwortung, Infrastruktur und demokratischen Prozessen auseinanderzusetzen. Wir danken den Schülerinnen und Schülern für ihr großes Interesse und ihre engagierte Mitarbeit und hoffen, dass der CollegeAbend wertvolle Impulse und neue Perspektiven zu den Themen Energie und Klima vermitteln konnte.
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Wir blicken bereits gespannt auf das neue Semester „Wirtschaft global“ mit dem ersten CollegeAbend zum Thema „Globaler Handel“ am 23.02.
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