Göttingen, 20. August 2019 | Wie gut geht es uns eigentlich, und was sind dafür die richtigen Maßstäbe? Diese Frage von Prof. Ahrens zog sich als roter Faden durch die erste Vorlesung im BusinessCollege von business4school. Das Wintersemester 2019 ist gerade in Göttingen gestartet, ab nächste Woche folgen wieder die Kurse in Braunschweig und Hannover. Prof Ahrens zeigt den Schülerinnen und Schülern die Zusammenhänge auf zwischen Bruttoinlandsprodukt (BIP, Summe aller Leistungen in einem Staat) und Bruttonationaleinkommen (BNE, Summe aller Einkommen in einem Staat, früher Bruttosozialprodukt BSP). Dabei ging es aber nicht nur um Fakten, sondern die Teilnehmer diskutierten auch, welche Bedeutung volkswirtschaftliche Kennzahlen haben: nach jahrelangem Wachstum der deutschen Wirtschaft zeigt sich nun ein leichter Rückgang. Ist dies nur eine vorübergehende Abschwächung oder ein Signal für einen bevorstehenden Einbruch? Der deutliche Rückgang von Auftragseingängen in Deutschland zeigt sich eben noch nicht im Inlandsprodukt. Bislang ist Deutschland einer der wohlhabenden Staaten der Welt und gehört zu den Ländern mit den geringsten Einkommensunterschieden (GINI-Koeffizient der Ungleichheit von 0,29; 0,0 bedeutet totale Gleichheit, 1,0 bedeutet totale Ungleichheit der Einkommen). Das sich ankündigende Ende der Wachstumsphase hat viele weltweite Ursachen: Deutschland exportiert 43% seiner Güter, aber die Nachfrage aus China und den USA lässt nach und neue Handelssperren und neue Zölle behindern den Export. Wie kann der Staat nun wiederum Wirtschaft fördern? Prof. Ahrens stellte den Schülerinnen und Schülern dazu die beiden großen wirtschaftspolitischen Theorien vor: John Maynard Keynes glaubte, der Staat müsse zuerst Geld ausgeben (auch durch Staatsverschuldung) um Impulse für Konsum und Investitionen zu setzen (Keynesianismus). Dagegen meinte Milton Friedman, die Wirtschaft müsse erst die Mittel für den Staat erwirtschaften, die er dann investieren kann (Monetarismus). Für die Schüler wurde deutlich, dass nicht nur eine der beiden konkurrierenden Theorien richtig ist, sondern es auf die konkrete Situation ankommt. Für Deutschland lautete das Fazit: Der Staat darf nicht wahllos Geld ausschütten, um den Wirtschaftskreislauf anzukurbeln, er muss aber in die Zukunftsfähigkeit des Landes investieren, also in Infrastruktur, Gesundheit und Bildung.