Göttingen, 14. September 2026 | Welche Rechte haben Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkaufen? Was ist beim Online-Shopping zu beachten? Und welchen Einfluss haben Algorithmen darauf, welche Produkte, Beiträge oder Informationen wir sehen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 80 Schülerinnen und Schüler beim CollegeAbend zum Thema „Shop & Share“, dem Auftakt des neuen Semesters „Wirtschaft als Verbraucher“.
Fair Trade
Inhaltliche Grundlage des Abends bildete der Vortrag von Ulrich Herfurth, Wirtschaftsanwalt Herfurth & Partner. Im Mittelpunkt standen Kaufverträge, Verbraucherrechte, Online-Shopping und die zunehmende Bedeutung digitaler Plattformen im Alltag.
Zu Beginn erläuterte Ulrich Herfurth wesentliche Grundlagen des Kaufrechts. Dabei ging es unter anderem darum, wann ein Kaufvertrag zustande kommt, welche Bedeutung Allgemeine Geschäftsbedingungen haben und welche Rechte Verbraucherinnen und Verbraucher bei mangelhaften Waren geltend machen können. Dazu gehören beispielsweise Nacherfüllung, Minderung oder Rücktritt. Auch der Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie wurde thematisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Recht auf Reparatur. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern bei bestimmten defekten Elektrogeräten seit 2026 weiter gestärkt wurden. Hersteller müssen für zahlreiche Produkte Reparaturmöglichkeiten anbieten und Ersatzteile über längere Zeit verfügbar halten. Ziel ist es, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und Reparaturen gegenüber einem Neukauf attraktiver zu machen.
Beim Thema Online-Shopping wurden die besonderen Rechte bei Distanzgeschäften betrachtet. Dazu zählt insbesondere das Widerrufsrecht, nach dem Onlinekäufe grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen ohne Begründung widerrufen werden können. Seit Juni 2026 müssen Onlineshops zudem einen Widerrufsbutton bereitstellen.
Diskutiert wurden auch aktuelle Herausforderungen beim Einkauf über internationale Onlineplattformen. Am Beispiel von Anbietern wie Temu und Shein ging es um Fragen der Produktsicherheit sowie um sogenannte Dark Patterns, mit denen Verbraucherinnen und Verbraucher etwa durch künstliche Verknappung oder Zeitdruck zu schnellen Kaufentscheidungen bewegt werden sollen. Auch Fake-Shops und Möglichkeiten, unseriöse Anbieter zu erkennen, waren Thema des Abends.
Im zweiten Teil des Abends beschrieb Ralph Wüstefeld, Geschäftsführer von Contigo, erfahren, wie Fair Trade professionell funktionieren kann. Das Unternehmen ist mit Sitz und Geschäft in Göttingen bekannt, tatsächlich aber mir 22 Läden deutschlandweit vertreten. Fair Trade heißt dabei, dass Contigo direkt bei den Erzeugern in Afrika, Asien und Südamerika einkauft und diese dadurch ein deutlich besseres Einkommen haben, als im sonstigen globalen Handel. Das Geheimnis der Qualität der Produkte steckt in der oft sehr langen Zusammenarbeit von Contigo und den Erzeugern, bis hin zu gemeinsamer Produktentwicklung.
Die rund 80 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler brachten sich mit zahlreichen Fragen, eigenen Erfahrungen und guten Gedanken intensiv in die Diskussion ein. Die hohe Beteiligung und die sehr gute Stimmung machten deutlich, wie unmittelbar Themen wie Konsum, Online-Shopping und Algorithmen den Alltag junger Menschen betreffen.
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In der business4school-Mediathek stehen wieder die Informationen aus diesem CollegeAbend bereit:
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Next:
Wir blicken bereits gespannt auf den nächsten CollegeAbend zum Thema Medien & Daten am 05. Oktober.



