Hannover, den 22. September 2026 | Welche Rechte haben Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkaufen? Was ist beim Online-Shopping zu beachten? Und welchen Einfluss haben Algorithmen darauf, welche Produkte, Beiträge oder Informationen wir sehen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 80 Schülerinnen und Schüler beim CollegeAbend zum Thema „Shop & Share“, dem Auftakt des neuen Semesters „Wirtschaft als Verbraucher“.
Shop & Share
Inhaltliche Grundlage des Abends bildeten die Beiträge von Ulrich Herfurth, Managing Partner bei Herfurth & Partner, sowie Annelen Meyer-Rohen, Jura-Studentin. Im Mittelpunkt standen Kaufverträge, Verbraucherrechte, Online-Shopping und die zunehmende Bedeutung digitaler Plattformen im Alltag.
Zu Beginn erläuterte Ulrich Herfurth wesentliche Grundlagen des Kaufrechts. Dabei ging es unter anderem darum, wann ein Kaufvertrag zustande kommt, welche Bedeutung Allgemeine Geschäftsbedingungen haben und welche Rechte Verbraucherinnen und Verbraucher bei mangelhaften Waren geltend machen können. Dazu gehören beispielsweise Nacherfüllung, Minderung oder Rücktritt. Auch der Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie wurde thematisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Recht auf Reparatur. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern bei bestimmten defekten Elektrogeräten seit 2026 weiter gestärkt wurden. Hersteller müssen für zahlreiche Produkte Reparaturmöglichkeiten anbieten und Ersatzteile über längere Zeit verfügbar halten. Ziel ist es, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und Reparaturen gegenüber einem Neukauf attraktiver zu machen.
Beim Thema Online-Shopping wurden die besonderen Rechte bei Distanzgeschäften betrachtet. Dazu zählt insbesondere das Widerrufsrecht, nach dem Onlinekäufe grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen ohne Begründung widerrufen werden können. Seit Juni 2026 müssen Onlineshops zudem einen Widerrufsbutton bereitstellen.
Diskutiert wurden auch aktuelle Herausforderungen beim Einkauf über internationale Onlineplattformen. Am Beispiel von Anbietern wie Temu und Shein ging es um Fragen der Produktsicherheit sowie um sogenannte Dark Patterns, mit denen Verbraucherinnen und Verbraucher etwa durch künstliche Verknappung oder Zeitdruck zu schnellen Kaufentscheidungen bewegt werden sollen. Auch Fake-Shops und Möglichkeiten, unseriöse Anbieter zu erkennen, waren Thema des Abends.
Annelen Meyer-Rohen beschäftigte sich anschließend mit der Frage, welchen Einfluss Algorithmen auf den digitalen Alltag haben. Plattformen wie TikTok, Instagram, YouTube, Spotify oder Online-Shops nutzen das Verhalten ihrer Nutzerinnen und Nutzer, um daraus Muster abzuleiten und Inhalte oder Produkte individuell vorzuschlagen. Entscheidend ist dabei nicht, dass ein Algorithmus die Gedanken eines Menschen kennt, sondern dass er aus Klicks, Likes, Nutzungsdauer und anderen Verhaltensdaten lernt.
Die rund 80 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler brachten sich mit zahlreichen Fragen, eigenen Erfahrungen und guten Gedanken intensiv in die Diskussion ein. Die hohe Beteiligung und die sehr gute Stimmung machten deutlich, wie unmittelbar Themen wie Konsum, Online-Shopping und Algorithmen den Alltag junger Menschen betreffen.
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Next:
Wir blicken bereits gespannt auf den nächsten CollegeAbend zum Thema Medien & Daten am 05. Oktober.





