Göttingen, 18. Mai 2026 | KI, Marken und Urheberrecht: Wem gehören Ideen im digitalen Zeitalter? Geistige Werte können viel bedeutender sein als Sachwerte – warum und wie sie geschützt werden können zeigte der aktuelle CollegeAbend „Projekt IP / KI“ in Göttingen. Die Schülerinnen und Schüler haben sich intensiv mit dem Recht des Geistigen Eigentums (Intellectual Property, kurz: IP), Datenschutz und Künstlicher Intelligenz und deren Haftung befasst und dabei gesehen, wie eng technische Innovationen, wirtschaftliche Nutzung und rechtliche Regeln zusammenhängen.
Zu Beginn gab Ulrich Herfurth, Wirtschaftsanwalt in Hannover und Brüssel und der Organisator von business4school, , einen Überblick über schützenswerte immaterielle Güter wie Erfindungen, Werke, Geschäftsgeheimnisse, Personendaten und Persönlichkeitsrechte. Er erklärte den Unterschied zwischen Patenten, Designschutz, Urheberrecht, Marken, Geschäftsgeheimnisschutz und weiteren IP-Rechten. Das frisch erworbene Wissen konnten die Teilnehmer direkt bei dem Spiel „How much IP is in…“ anwenden. Dort haben sie diskutiert, wieviel IP in bekannten Produkten steckt: einer Tüte Haribo, einer Flasche Coca-Cola oder einer Nivea-Dose.
Den nächsten Beitrag übernahm Antonia Herfurth, LL.M., sie hat an der Universität Göttingen den Master of International IP and IT Law (LIPIT Studium) erworben und arbeitet in diesem Bereich als Rechtsanwältin in München und Hannover. Antonia Herfurth erläuterte, welche rechtlichen Fragen Künstliche Intelligenz aufwirft. Die Schülerinnen und Schüler haben dabei gelernt, welche Texte, Bilder, Musikstücke, Daten, Stimmen oder persönlichen Informationen Nutzer in KI-Systeme eingeben dürfen und warum gerade bei der Nutzung von KI Urheberrecht, Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und Geschäftsgeheimnisse eine wichtige Rolle spielen. Außerdem haben sie diskutiert, wem Rechte an von KI-erzeugten Ergebnissen zustehen können und warum der menschliche Beitrag bei KI-generierten Texten, Bildern, Musikstücken oder anderen Werken besonders wichtig bleibt.
Darüber hinaus beschrieb Antonia Herfurth, welche Haftungsfragen KI-Systeme auslösen können. An Beispielen wie autonomen Fahrzeugen, Deepfakes, fehlerhaften Entscheidungen und täuschend echten Fälschungen wurde deutlich, dass KI nicht nur neue Chancen schafft, sondern auch erhebliche Risiken bergen kann.
Der CollegeAbend endete mit einem Markenquiz. Beispiele wie der Lindt-Goldhase, die drei Streifen eines Sportschuhs oder dieCoca-Cola-Welle, zeigten, dass Marken viel mehr sein können als nur Namen oder Logos. Auch Formen, Farben oder Tonfolgen können Unternehmen schützen lassen. Gleichzeitig haben die Teilnehmer diskutiert, wann Verbraucher in einem Zeichen wirklich einen Hinweis auf ein bestimmtes Unternehmen sehen und wann ein Zeichen nur allgemein wirkt.
Der CollegeAbend zeigt: Geistiges Eigentum und Künstliche Intelligenz prägen die digitale Wirtschaft. Innovationen eröffnen neue Möglichkeiten für Unternehmen, Kreative und Verbraucher, verlangen aber auch Verantwortung und klare Regeln. Die Schülerinnen und Schüler haben gut verstanden, wie Marken Orientierung im Markt schaffen und warum der bewusste Umgang mit KI, Daten und digitalen Inhalten immer wichtiger wird.
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Mediathek
In der business4school-Mediathek stehen wieder wie gewohnt die Informationen aus diesem CollegeAbend bereit:
- Die Präsentationen zum Download
- Die Vorträge zum Streamen
Wir bedanken uns für diesen aktiven Semesterabschluss und freuen uns, wieder viele Schülerinnen und Schüler im kommenden Wintersemester 2026 „Wirtschaft als Verbraucher“ begrüßen zu dürfen.
Das business4school-Team




