Hannover, den 16.032026 | wie viel kostet eigentlich ein Big Mac in anderen Ländern und was sagt das über die dortige Währung aus? Währungen und die Frage, wohin und warum Kapital weltweit fließt, standen im Mittelpunkt des aktuellen CollegeAbends „Internationales Kapital“. Dabei wurden zentrale Fragen rund um globale Investitionen behandelt: Zum Beispiel, warum Unternehmen und Investoren ihr Kapital international anlegen, sei es zur Risikostreuung oder zur Erschließung neuer Märkte.

Von DAX bis Big Mac: Wie Kapital weltweit fließt

Referenten waren Prof. Dr. Niels Olaf Angermüller, Professor für Finanzmanagement an der Hochschule Harz, Ulrich Herfurth, Wirtschaftsanwalt und Organisator von business4school, sowie Klaudija Šebalj, Filialdirektorin Wealth Management Select bei der Deutschen Bank in Göttingen, Sie brachten sowohl juristische als auch wirtschaftliche Perspektiven ein und ermöglichten so einen umfassenden und praxisnahen Einblick in das Thema.

Anschaulich erklärte Prof. Dr. Niels Olaf Angermüller, von der Hochschule Harz, wie sich Finanzinvestitionen weltweit verteilen und welche wichtige Rolle dabei die Wechselkurse der Währungen spielen. Dabei nahm er die Schülerinnen und Schüler mit auf eine kleine Zeitreise durch die Geschichte des europäischen Währungssystems, von seinen Anfängen im Jahr 1979 bis zur Einführung des Euro im Jahr 2002. Und er erklärte, wie die Währungsunion funktioniert und welche Länder daran beteiligt sind. Ein anschauliches Beispiel war der Big-Mac-Index: Dabei werden die Preise eines Big Macs in verschiedenen Ländern verglichen, um zu zeigen, ob Währungen über- oder unterbewertet sind. Am Vergleich zwischen den USA und China wurde deutlich, dass die Preise in beiden Ländern von 2016 bis 2023 gestiegen sind. Die Grundidee dahinter ist, dass ein Big Mac weltweit, umgerechnet in eine Währung, langfristig gleich viel kosten sollte.

Ulrich Herfurth berichtete über Investitionen und die Ziele von Privatanlegern, Unternehmen, Banken und Staaten und wie diese oft miteinander verknüpft sind. Dabei erklärte er euch, welche Investitionsinstrumente es gibt und warum Unternehmen direkt im Ausland investieren, zum Beispiel durch Greenfield- oder Brownfield-Projekte. Anschließend erläuterte er, welche Investitionsförderungen, Risiken und Beschränkungen es gibt, und erklärte, was ein Investitionsabkommen zwischen Staaten genau ist, zum Beispiel CETA.

Auch die Verteilung von Direktinvestitionen wurde vorgestellt: Besonders stark ist der Bereich Software und IT-Dienstleistungen, der 2022 einen Marktanteil von 20 % hatte, während die Chemiebranche mit nur 4 % auf Platz 10 lag, was die Schülerinnen und Schüler besonders spannend fanden. Außerdem wurde deutlich, dass die größten Investoren in Europa US-Unternehmen sind. Deutschland wurde 2023 als besonders attraktives Investitionsland hervorgehoben. Zum Abschluss ging Ulrich Herfurth noch auf die Wertpapier-Börsen nach Handelsvolumen ein und erklärte anschaulich, wie sich die Aktienmärkte in diesem Zusammenhang entwickeln.

Klaudija Šebalj erklärte euch, wie das Finanzsystem funktioniert und wie sich der Deutsche Aktienindex DAX in Krisenzeiten zwischen 1970 und 2023 entwickelt hat. Besonders interessant war für die Schülerinnen und Schüler, wie wichtig Diversifikation beim Investieren ist, also das Verteilen von Geld auf verschiedene Anlagen, um das Risiko zu verringern.

Sie zeigte den Schülerinnen und Schülern auch, wie der Aktienmarkt auf politische Unsicherheiten reagiert, zum Beispiel beim Konflikt im Iran: Dadurch stieg der Bewertungsdruck auf Aktien in den Golfstaaten, während viele Emerging Markets Kapital verloren. Gleichzeitig griffen Staaten und Zentralbanken ein, um Stabilität zu sichern. So wurde deutlich, wie eng Politik, Wirtschaft und Finanzmärkte miteinander verbunden sind.

Das Fazit des Abends: Die Schülerinnen und Schüler haben spannende Einblicke in die Zusammenhänge von globalen Märkten, Investitionen und Politik erhalten. Dabei wurde deutlich, wie eng Wirtschaft, Finanzen und internationale Entwicklungen miteinander verknüpft sind.

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Next:

Wir blicken bereits gespannt auf den nächsten CollegeAbend zum Thema Informationsgesellschaft und Medien am 20. April.